[Logo der aktuellen Aktion] AktuellTermineWer wir sindWas wir tunSEGSie wollen helfen?KontaktSanitätsdienstLinksIntern - HiOrg Serv.
 



> Willkommen bei der Bereitschaft  > Aktuell  



München / Erding Es ist Samstag, der 19. September 2009, 12 Uhr Mittag OB Christian Udo hat soeben mit nur zwei Schlägen das erste Bierfass angezapft. Zu diesem Zeitpunkt sind die Zelte auf dem Münchner Oktoberfest schon seit Stunden überfüllt, denn viele Wiesnbesuchern warteten seit dem Sonnenaufgang auf und neben der Festwiese auf den Einlass in die Zelte. Seit 8 Uhr befindet sich der Sanitätsdienst vor Ort. Am ersten Wiesntag ist die BRK-Bereitschaft Erding mit dabei, besetzt ein Tragenteam und stellt Personal für das Behandlungszentrum. Die ersten Einsätze lassen auch nicht lange auf sich warten, Verschnaufspausen sind auch zu Beginn schon rar, drei Anläufe um den Versuch zu starten eine Kleinigkeit zu essen sind keine Seltenheit.
Ein Auszug aus dem Einsatzspektrum des Erdinger Tragenteams: Die Einsätze verteilten sich auf kleinere und große Schnittwunden, diverse Frakturen (Unterschenkel, Kniescheibe, Sprunggelenk), Stürze, Kreislaufprobleme, Verdacht auf Herzinfarkt, Allergische Reaktionen, Hypoglykämie, bewusstlose Personen, Schädelhirntrauma und nur wenige Einsätze welche nur reine Alkoholintoxikationen waren.

Mehr Einsätze für das Rote Kreuz
Am Eröffnungstag der Wiesn mussten im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Patienten behandelt werden. "Aufgrund des schönen Wetters klagten viele Wiesn-Besucher insbesondere über Herz- und Kreislaufbeschwerden", sagt der ärztliche Leiter der Rotkreuz- Sanitätsstation, Dr. Kurt Schneider.

Die Zahlen im Einzelnen (in Klammern Vorjahr):

  • 128 ehrenamtliche Rotkreuzhelfer und -ärzte behandelten insgesamt 790 Patienten (544), davon mussten 342 (289) Personen ärztlich versorgt werden.
  • 51 (46) Personen wurden zur weiteren Behandlung in die umliegenden Krankenhäuser gebracht.
  • 91 (80) Mal nähten die Rotkreuz-Ärzte in der Sanitätsstation Schnitt- und Platzwunden.
  • 61 (50) Personen mussten aufgrund ihrer Alkoholintoxikation medizinisch behandelt werden

Notfallrettung auf dem Oktoberfest (von Gisbert Frühauf)
Über 1500 Sanitäter und 200 Ärzte sind auf der diesjährigen Wiesn für das Münchner Rote Kreuz im Einsatz, um im Notfall medizinische Hilfe zu leisten. Dies geschieht ehrenamtlich und – außer einer kleinen Aufwandsentschädigung für Fahrtkosten- unentgeltlich. Oft nehmen sich die Helfer für ihren Wiesn-Dienst extra Urlaub, um die anstrengenden Schichten von früh bis weit nach Mitternacht zu leisten. Abgesehen von Einsatzleitung und ärztlicher Leitung, die - ebenfalls ehrenamtlich - 16 Tage lang tätig sind, werden die meisten Rotkreuzsanitäter nur für einen Tag auf der Wiesn eingesetzt. Ein großer Vorteil, da jeden Tag wieder ausgeruhte Kräfte zur Verfügung stehen, die im Laufe des Tages viele Kilometer mit den gelben Fahrtragen auf dem Festgelände zurücklegen müssen.   

Einsatztaktik der Rotkreuzhelfer
Mit ihren Fahrtragen mit gelbem Sichtschutz treffen die Rotkreuz-Sanitäter durchschnittlich nach ca. fünf Minuten am Einsatzort ein. In Spitzenzeiten, wie z.B. am Wochenende arbeiten gleichzeitig bis zu 100 Helfer und 10 Ärzte. Für Großeinsätze kann die Zahl der Sanitäter innerhalb kürzester Zeit durch die Schnelleinsatz-Gruppen des Münchner Roten Kreuzes verdoppelt werden. Ziel der Rotkreuzhelfer ist es, im Notfall schnellstmöglich qualifizierte medizinische Hilfe zum Patienten zu bringen. Im Vordergrund stehen die Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen und die Abwendung von Langzeitschäden. Erst nach adäquater Versorgung an der Einsatzstelle erfolgt der Transport des Patienten zur Sanitätsstation bzw. direkt in ein Krankenhaus.

Wiesn-Notruf 50 22 22 22

Meldungen über medizinische Notfälle erhält die Einsatzleitung über:

  • den Wiesn-Notruf 50 22 22 22
  • die Integrierte Rettungsleitstelle (Notruf 112)
  • die Polizei
  • das Sondernetz des KVR in allen großen Zelten
  • von Mitteilern, die direkt zu den Sanitätsstationen kommen

Moderne Notfallambulanz
Die Ausstattung der Sanitätsstation im Servicezentrum Theresienwiese (SZT) entspricht dem hohen Niveau einer modernen Notfallambulanz.

  • Grundfläche 750 qm
  • Fünf Behandlungsboxen, in der Wiesn-Patienten parallel versorgt werden können
  • zwei Räume für kleine operative Wundversorgungen, wie z.B. das Nähen von Schnittwunden
  • ein Raum für Intensivmaßnahmen
  • ein Überwachungsraum mit 15 Liegen für alkoholintoxikierte Patienten
  • Ruheräume mit insgesamt 13 Betten (für Männer und Frauen getrennt)
  • sowie Räume für Einsatzleitung, Einsatzabwicklung und Einsatzkräfte

Weitere Infos:

brk-oktoberfest.de






(Klick = Vollbild)