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Chronik

Bayern trat 1866 wegen des bevorstehenden Krieges der Genfer Konvention bei. Im ganzen Land bildeten sich Hilfsvereine, die nach dem Krieg (er dauerte 6 Wochen) auf Anordnung des Königs in Invalidenunterstützungsvereine umgewandelt wurden. Diese sollten sich der Kriegsopfer annehmen. Das Genfer Rote Kreuz wurde als Abzeichen gewählt mit der Begründung, dass allein der Genfer Vertrag den gewaltigen Fortschritt im Kriegs- und Völkerrecht gebracht hat. Aus diesen Vereinen entwickelte sich das Bayerische Rote Kreuz.

 

In Erding nahm der Rotkreuz-Gedanke im Jahre 1912 sichtbare Gestalt an. Auf Einladung von Bezirksamtmann Josef Keidel kamen am Sonntag, den 3. November 1912 im Gasthof Hirschwirt in Erding rund 70 Herren „aller Stände“ zusammen, wie das ehrwürdige Protokollbuch der Freiwilligen Sanitätskolonne berichtet.

Nachdem ein Vortrag über Organisation und Zweck des Roten Kreuzes gehalten wurde, meldeten sich 36 Herren zur Gründung der Sanitätskolonne Erding.

 

Dank verschiedener Spenden konnte sich die Sanitätskolonne bald mit Ausrüstungsmaterial wie Tragbahren, Uniformen, Handwagen usw. versehen. Am Erdinger Bahnhof wurde noch im selben Jahre die erste große Schauübung durchgeführt.

 

Nach dem 1.Weltkrieg fand die erste Generalversammlung am 27. Juni 1919 statt. Unter großen Mühen gelang es der Kolonne wieder, die notwendigen Arbeitsgrundlagen für ihre weitere Tätigkeiten zu erhalten. Im November 1925 wurde die Beschaffung eines Krankentransportwagens erwogen und ein Konto errichtet, dem alle Zuschüsse zufließen sollten. Im März 1927, als das Konto bereits 2817 Mark und 35 Pfennige aufwies und ein Zuschuss von 1.000 Mark in Aussicht stand, wurde nach Prüfung aller Angebote ein Sanitätskraftwagen der Fa. Opel mit 10/45 PS zum Preis von 8.800 Mark erworben. Damit wurde ein langjähriger Wunsch der aktiven Mannschaft erfüllt, aber auch einem dringenden Bedürfnis Rechnung getragen. Das Fahrzeug wurde am 6.6.1927 in Dienst gestellt.

 

Die Protokolle berichten über regelmäßige Verbands- und Trägerübungen, Einsätzen bei verschiedenen Veranstaltungen wie auch sehr zahlreiche Krankentransporten. 1931 und 1934 wurden an den Bahnhöfen Walpertskirchen und Hörkofen Alarmübungen abgehalten, bei denen man Eisenbahnunglücke annahm, wobei auch bereits der neue Krankentransportwagen vom Tpy “Adler“ welcher 1933 beschafft wurde eingesetzt war.

 

Nachdem sich im Jahre 1934 die Strukturen bzgl. des bevorstehenden 2. Weltkrieges veränderten, wurden fast alle Helfer der Sanitätskolonne Erding wie auch die Schwestern der Frauenbereitschaft eingezogen.

Es ist bei dieser Gelegenheit notwendig, auch die Tätigkeit der weiblichen Bereitsschaften zu erwähnen, die 1936 an die Seite der männlichen Bereitschaften traten. Sie hatten vor allem im Krieg, wo sie vielfach an Stelle ihrer männlichen Kameraden zum Einsatz kamen, durch aufopfernde Pflichterfüllung vorbildlich gewirkt.

 

Durch das zerschlagen der Organisation während des Krieges wurde 1950 wieder von vorne begonnen.  Das Deutsche Rote Kreuz war von den Besatzungsmächten verboten und seine Organisation zerschlagen worden. Ein von der amerikanischen Militärregierung zugelassenes Bayerisches Rotes Kreuz stand vor dem Nichts und musste sich erneut entwickeln.

 

Hierbei wurde das Rote Kreuz in Erding durch den Bezirksamtmann bzw. den Landrat vertreten. Neben Kurse in Erster Hilfe und Häuslicher Krankenpflege standen auch Ausbildung „Mutter und Kind“ in der Aufmerksamkeit der Vorstandschaft. Nach dem Krieg mussten aber auch weitere zusätzliche Aufgaben übernommen werden. So die Fürsorgearbeit für die bedürftige Bevölkerung, die Betreuung der Heimkehrer, der Suchdienst für Wehrmachtsangehörige und Zivilisten sowie der Katastrophenschutz waren weitere Schwerpunkte für die Erdinger Rot-Kreuzler welche neben der Durchführung von Krankentransporten, Übungen und Mittelbeschaffungen die ehrenamtlichen Sanitäter beschäftigten.

 

Die Ausstattung und Einrichtungen konnten ständig ergänzt werden, so dass neben Kranken-  und Rettungsfahrzeugen auch eine Reihe technische Geräte und ein Vorrat an Wolldecken, Arztvorratskästen, Feldbetten, Sanitätsumhängetaschen für die Hilfe an der Bevölkerung zur Verfügung stand.

Am 8. November 1951 ereignete sich beim Bahnhof in Walpertskirchen ein schweres Eisenbahnunglück und in Neufinsing im gleichen Jahr ein Busunglück. An beiden Unfallstellen leisteten die San.- Einheiten vorbildlichen Einsatz.

 

Nachdem 1953 die Unterkunft in der Schrannenhalle geräumt werden musste, erwarb man ein Anwesen in der Dorfener Str. Nr. 13. welches am 20.06.1954 feierlich eingeweiht wurde.

 

Bei zahlreichen Einsätzen zeigte sich, dass die Ausrüstung und das System verbessert werden musste. So wurde 1970 die erste Funkeinrichtung in Betrieb genommen. Noch im selben Jahre wurde der Notarztdienst als Modellversuch gestartet. Hier war Erding der erste Versuch in einem ländlichen Landkreis in ganz Bayern welche mit dem „Rendevouz-System“ als Vorbild für andere Landkreise geworden ist.

 

Am 15 Juni 1980 beschloss die Vorstandschaft, nachdem das Gebäude an der Dorfener Straße nicht mehr gewachsen war, ferner die Rettungsleitstelle in Aussicht war, einen Neubau zu erstellen, welcher 1982 eingeweiht wurde und bis jetzt als Rot-Kreuz-Heim dient.