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Erding - Bei einer eindrucksvollen Katastrophenschutzübung haben Kreiskrankenhaus, BRK-Rettungsdienst und Feuerwehr gezeigt, dass sie auch für Großschadenslagen gerüstet sind. Die BRK-Bereitschaften aus dem Kreisverband Erding waren maßgeblich an der Übung beteiligt. Nicht nur sämtliche BRK Einsatzfahrzeuge wurden besetzt, sondern auch über 30 Mimen wurden durch das BRK gestellt und geschminkt.

Das Szenario vom Freitagabend ließ auch erfahrenen Rettern das Blut in den Adern gefrieren: Nahezu gleichzeitig waren in Grünbach ein voll besetzter Bus umgekippt, bei einer Grillfeier sind drei Brandopfer zu beklagen, und eine Person hat sich eine schwere Lebensmittelvergiftung zugezogen. Zum Glück handelte es sich „nur“ um eine - nicht angekündigte - Katastrophenschutzübung, die sich das Kreiskrankenhaus gleich aus mehreren Gründen hatte einfallen lassen.

Klinikarzt Dr. Rainald Kaube, zugleich Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, hatte das Szenario mit seiner Kollegin, Feuerwehrärztin Anette Faller, sowie Kurt Manlik vom Krankenhaus entwickelt. „Zum einen geht es natürlich um das Zusammenspiel der Einsatzkräfte“, erklärt Kaube. „Für uns als Krankenhaus ist es aber besonders wichtig zu sehen, ob wir im K-Fall binnen kurzer Zeit ausreichend Personal ins Haus holen können, um einem Massenanfall an Patienten Herr zu werden“, berichtet Kaube, der gemeinsam mit Klinik-Vorstandschef Sandor Mohácsi, den Vorstandskollegen Christian Maier und Dirk Last sowie Pflegedirektorin Gertrud Friess-Ott ein waches Auge auf das hektische Treiben zwischen Rettungsauffahrt und Notaufnahme hatte.

Gegen 19 Uhr hatte die Zentrale Notaufnahme (Zana) Aden roten Knopf gedrückt. „Damit wird eine ganze Kaskade an Alarmen freigesetzt“, berichtet Mohácsi, „wir brauchen in Fällen wie diesen nicht nur Ärzte, sondern auch Pfleger, OP-Teams und Personal in der Patientenaufnahme“.

Wenige Minuten später hetzten die ersten Mitarbeiter in die Klinik. Einige hatten noch nicht einmal Zeit, die Kleider zu wechseln.

Im Minutentakt fuhren die Rettungswagen vor. 37 zum Teil schwer Verletzte wurden nach Angaben von Leo Brummer vom BRK Erding eingeliefert.

äuschend echt geschminkt worden waren sie durch das Team der „Realistischen Unfalldarstellung“ des BRK. Zum Teil handelte es sich nur um Leichtverletzte. Es waren aber auch bewusstlose Patienten darunter sowie Unfallopfer mit schweren Kopf- und Rumpfverletzungen.

In Notaufnahme und Schockraum ging es über zwei Stunden lang zu wie in einem Bienenschwarm. Die Rettungsassistenten und -sanitäter rollten die Opfer herein, die am Eingang zunächst einmal erfasst wurden. Dann wurden sie sofort von Ärzten einer ersten Anamnese unterzogen. In diesem Team waren unter anderem die Chefärzte Prof. Dr. Hans Peter Emslander, Prof. Rudolf Riepl und Mojtaba Sadeghi.

Je nach Verletzungsgrad wurden die Opfer gleich vor Ort behandelt. In einigen Fällen wurde umgehend Anästhesisten geholt, um eine Notoperation vorzubereiten. Ein Patient erwies sich als so schwer verletzt, dass er intubiert werden musste, ehe es mit dem - fiktiven - Rettungshubschrauber in eine Münchner Spezialklinik ging.

Das Nachsehen hatten derweil die echten Patienten. Akute Notfälle wurden natürlich sofort drangenommen. Andere mussten Geduld aufbringe. Sie erhielten ein Infoblatt über die Übung sowie einen Essensgutschein.

Gegen 21 Uhr verkündete Kaube dann das Übungsende. In der ersten Manöverkritik äußerte sich der Notarzt lobend über alle Mitwirkenden: „Es hat nicht nur das Zusammenspiel hervorragend geklappt, auch die Motivation der Beteiligten war sehr erfreulich.“ Natürlich sei nicht alles reibungslos verlaufen, „aber sonst müssten wir ja gar nicht üben“, sagte Kaube. Auch Mohácsi, der zu später Stunde noch eine Brotzeit spendierte, war sichtlich beeindruckt, wie sehr „sein“ Haus für den K-Fall gerüstet ist.

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