[Logo der aktuellen Aktion] AktuellTermineWer wir sindWas wir tunSEGSie wollen helfen?KontaktSanitätsdienstLinksIntern - HiOrg Serv.
 



> Willkommen bei der Bereitschaft  > Aktuell  



Erding - In wenig anderen Ländern ist die Rettungskette so feingliedrig wie in Deutschland. Das gilt auch für Erding, wo es jetzt ein Jubiläum zu feiern galt.



Routinier an der Unglücksstelle: Hans Maisch (3. v. l.) hat das System Einsatzleitung beim BRK Erding maßgeblich mit aufgebaut. Geehrt wurde er dafür von (v. l.) OB und BRK-Kreisvorsitzendem Max Gotz, Edgar Scholz, Dieter Kaiser, Bernd Dominique Freytag (Rettungszweckverband), Christian Anzenberger, BRK-Einsatzleiter Rettungsdienst Christian Caspari, Martin Bauer als OrgL-Sprecher und Rupert Mangstl. Foto: Erdinger Anzeiger H. Moritz

Gerade bei größeren Katastrophen mit vielen Verletzten können zahlreiche Organisationen in Minutenschnelle zusammengezogen werden, deren haupt- und ehrenamtliche Kräfte dann miteinander Menschenleben retten. Damit solche Einsätze geordnet ablaufen und die Katastrophe nicht auch noch im Chaos endet, gibt es das System Einsatzleitung. Der BRK-Kreisverband Erding hat vor genau 30 Jahren damit begonnen, eine Organisation aufzubauen, die rund um die Uhr funktioniert. Beim Frühjahrsempfang (wir berichteten) ließ diese Geschichte Edgar Scholz vom Kreisvorstand Revue passieren. Krönung des Rückblicks war die Ehrung von Hans Maisch, beim BRK-Einsatzleitdienst ein Mann der ersten Stunde, der zuletzt für den hauptamtlichen Rettungsdienst beim Erdinger BRK verantwortlich war.

Scholz berichtete, dass 1984 erste Richtlinien für den so genannten „Massenanfall an Verletzten“ herauskamen. Damals wurden seinen Worten zufolge die Funktionen Leitender Notarzt, Organisatorischer Einsatzleiter Rettungsdienst (OrgL) und Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung geschaffen. Unterwegs gewesen sei man meist mit ausrangierten Rettungswagen. Allerdings gab es weder klare Rechtsgrundlagen noch eine eindeutige Hierarchie beziehungsweise Regelung der Zuständigkeiten.

Es wurde nachbessert. Scholz berichtet, dass 1994 dabei übers Ziel hinausgeschossen worden sei, denn das Einsatzleitsystem sollte erst ab zehn Verletzten beziehungsweise drei Notärzten greifen. Darunter blieb eine Lücke. Die wurde erst 2008 mit dem neuen Bayerischen Rettungsdienstgesetz geschlossen. Die Position des Einsatzleiters Rettungsdienst für alle Schadensereignisse mit bis zu zehn Verletzten wurde installiert. Endgültig verbindlich geregelt wurde das System laut Scholz 2010.

Als herausragende Ereignisse, bei den sich das System bewährt habe, nannte Scholz die Flugzeugentführungen am Flughafen, einen Brand im Pflegeheim Algasing, einen Schulbusunfall auf der B 15 und die Notlandung in Reisen.